Hessen-Trio stürmt bei der Team-EM in Polen in die Finals
  11.08.2019 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Luke Campbell, Steven Müller und Michael Pohl überzeugen in ihren Vorläufen

Gleich am ersten Tag der Team-EM im polnischen Bydgoszcz mussten drei Hessen ran. Um es vorweg zu nehmen. Das Trio machte seine Sache bestens. Im Aufgebot für den Vergleichskampf der zwölf besten europäischen Teams stand eigentlich Julian Reus als Starter für die 100 Meter. Doch der Mann vom LAC Erfurt trat nicht an. Seinen Platz nahm Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) ein. Die Vorgabe fürs Erreichen des Endlaufes war klar. Die drei jeweils ersten Sprinter eines Vorlaufes qualifizierten sich direkt fürs Finale, ergänzt von zwei Athleten über die Zeitregel. Der deutsche Meister gab im zweiten Vorlauf mächtig Gas und wurde in guten 10,24 Sekunden Zweiter. Es siegte der Italiener Lamont Marcell Jacobs (10,09 Sekunden). Dritter wurde der Brite Harry Aikines-Aryeetey (10,29 sec.). Damit stand hinter dem Namen des Hessen ein große „Q“ und er zog direkt ins Finale der Top-Acht ein. Für die beste Zeit in der ersten Runde sorgte Europarekordler Jimmy Vicaut (FRA) 10,07 Sekunden.

Auch über die 200 Meter musste aus DLV-Sicht umdisponiert werden. Den Platz von Robin Erewa (TV Wattenscheid) nahm Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) ein. Er ging im zweiten Vorlauf in den Startblock und kam gut aus der Kurve. In der Endphase des Rennes kam der Italiener Eseosa Desalu stark auf, überlief den bis dahin führenden deutschen Meister und holte sich in 20,86 Sekunden den Sieg. Dahinter musste das Zielfoto entscheiden, wurden Müller und der Tscheche Pavel Maslak zeitgleich mit 20,89 Sekunden gestoppt. Der dreimalige Hallenweltmeister (400 m) wurde schließlich nach der Fotoauswertung (20,885 zu 20,890) auf Platz zwei gesetzt. Müller ist als Dritter aber auch im Finale sicher mit von der Partie. Die beste Vorlaufzeit lieferte mit 20,72 Sekunden Richard Kilty ab. Der Brite (60 Meter Hallenweltmeister 2014) war in der Vergangenheit eher auf den kürzen Sprintstrecken unterwegs.

Keine Umstellungen im Team gab es über 400 Meter Hürden. Hier machte Luke Campbell alles richtig. Der Athlet im Trikot der LG Eintracht Frankfurt blieb mit 49,94 Sekunden einmal mehr in dieser Saison unter der „50-Sekunden-Schallmauer“. Damit belegte er im zweiten Vorlauf hinter Patryk Dobek (POL/48,80 sec.) sowie Vit Müller (CZE/49,62 sec.) den dritten Platz und löste damit auf Anhieb das Final-Ticket.