Generalprobe gelungen. Die „Staffel-WM“ kann kommen. Auch beim zweiten Formtest im Rahmen des Trainingslagers auf Gran Canaria konnten die HLV-Sprinter und Langsprinter überzeugen.
  19.04.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Einmal mehr war es aus hessischer Sicht Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), die zum Auftakt der Freiluftsaison ein sportliches Ausrufezeichen setzte. Nach ihren vom Winde verwehten 10,99 Sekunden beim ersten Test vor ein paar Tagen, war auch diesmal der Rückenwind mit + 2,7 Metern pro Sekunde zu stark für eine Anerkennung der Leistung in den Bestenlisten. Die Siegeszeit von starken 11,04 Stunden unterstreicht aber, das bei optimalen Bedingungen eine Leistung mit einer 10 vor dem Komma im Laufe der Saison eventuell möglich sein könnten. Yasmin Kwadwo (LC Paderborn) kam als Zweite auf 11,14 Sekunden. Langsprint-Spezialistin Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz) wurde mit 11,22 Sekunden Dritte. Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) kam nicht ins Ziel.

Auch über 200 Meter (+ 3,4 m/sec.) zeigte Haase der Konkurrenz dann die Hacken. Nach einer Disqualifikation (Fehlstart) beim ersten Meeting klappte es jetzt prima. Haase beeindruckte mit 22,80 Sekunden, machte damit ihren zweiten Einzelsieg an diesem Tag klar und hängte Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim/23,07 sec.) sicher ab.

In Hinblick auf die „World Athletics Relays“ am ersten Mai-Wochende in Chorzow (POL) testete der DLV erstmals eine mögliche Besetzung über 4x100 Meter. Bei den Frauen lieferten Yasmin Kwadwo (LC Paderborn), Amelie-Sophie Lederer (LG Stadtwerke München), Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) und Schlussläuferin Lisa Marie Kwayie (Neuköllner SF) 43,12 Sekunden ab. Es ist schwer abzuschätzen, was diese Zeit in zwei Wochen gegen internationale Konkurrenz dann wert ist. Ein kleiner Vorteil für die deutschen Kurzsprinterinnen ist, dass sie bereits für Olympia qualifiziert sind. Somit ist der Druck nicht ganz so groß.

Komplett anders sieht die Situation bei den Männern aus. Sie müssen in Schlesien „liefern“ (Top-Acht ist eine der Vorgaben), um in Tokio mit von der Partie zu sein. Das Quartett Julian Reus (Top Team Thüringen), Deniz Almas (VfL Wolfsburg), Roy Schmidt (SC DHfK Leipzig) und Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) wurde in Las Palmas mit 39,64 Sekunden gestoppt. Es ist also noch Luft nach oben. Um überhaupt in Japan starten zu können, sind 38er Zeiten sicherlich Pflicht. Vergessen darf man jedoch nicht, dass wegen der Corona-Pandemie in den letzten Monaten ein Staffel- und Wechsel-Training so gut wie unmöglich war.

Im Einzelrennen über 100 Meter (+ 3,9 m/sec.) trug sich auf der Kanaren-Insel Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) mit 10,31 Sekunden vor Roy Schmidt (10,39 sec.) in die Siegerliste ein. Der Hesse ist jedoch bekannt dafür, dass er immer ein paar Rennen benötigt, ehe er so richtig in Fahrt kommt.